Tuesday, February 16, 2016

iMac i5-6500 gegen Lenovo A740 i7-5557U (Deutsch)

iMac i5-6500 gegen Lenovo A740  i7-5557U


Schick ohne lästige Kabel: Welcher ALL-IN-ONE-PC im Duell Apple gegen Lenovo besser ist, sagt der Test.

Lang, lang ist’s her: 1998 hat Apple mit dem ersten iMac gezeigt, dass Computer nicht nur funktional, sondern auch schick sein können. Mittlerweile gibt sich auch die Windows-Fraktion etwas mehr Mühe, und so muss der aktuelle und gewohnt edel gestylte iMac gegen den gleichfalls schicken Konkurrenten Lenovo A740 ins Rennen.

Auch wenn sich beide Kandidaten in vielen Details unterscheiden – beide bestehen aus einem großen 27-Zoll-Bildschirm, in dem die komplette Hardware untergebracht ist.


Power auf dem Schreibtisch

Der Core-i5-Prozessor der aktuellen Skylake-Serie im iMac hat vier Rechenkerne und läuft mit bis zu 3,6 Gigahertz. Unter Apples Betriebssystem OS X macht er reichlich Tempo, vor allem bei der Foto- und Videobearbeitung. Unter Windows 10 läuft der iMac dagegen mit angezogener Handbremse. Der Grund: Im iMac steckt eine Festplatten-SSD-Kombi, die Apple Fusion Drive nennt. Die SSD ist mit 24 Gigabyte recht klein und wird nur unter OS X genutzt. Windows 10 ist auf die Festplatte angewiesen – das bremst deutlich.

Da kann der Lenovo A740 locker mithalten, trotz eines nominell viel schwächeren Notebook-Prozessors. Der stammt zwar aus der Core-i7- Topserie, hat aber nur zwei Rechenkerne. Arbeiten mit Office-Programmen und im Internet erledigt er fast so schnell wie der Vierkern-Prozessor im iMac. Der A740 profitiert dabei von seiner Festplatte. Die ist zwar ein kleines 2,5-Zoll-Modell, hat aber einen SSD-Cache, der Windows 10 ordentlich Beine macht.


Schick, unauffällig, ohne Strippen


iMac Maus und Tastatur

Fast schon Pflichtprogramm für einen All-in-one-PC: Beide Geräte haben Funktastatur und -maus (siehe Bilder). Bei Apple gibt’s wahlweise auch ein Touchpad für 60 Euro Aufpreis. Tastatur und Maus des iMac haben einen eingebauten Akku. Dadurch fällt die Tastatur schön flach aus, was besonders Vieltipper freut. Vielrechner werden dagegen den Ziffernblock vermissen, den gibt’s nur bei Lenovo. Frischen Saft tanken Apples Eingabegeräte per USB über ein Lightning-Kabel. Ein schlechter Witz: Die entsprechende Buchse der Maus ist auf der Unterseite – beim Aufladen lässt sie sich also nicht nutzen. Lenovo bestückt Maus und Tastatur mit herkömmlichen AA-Batterien, die sich aber auch durch Akkus ersetzen lassen.

Lenovo A740 Maus und Tastatur

Beide All-in-one-PCs machen nicht nur auf dem Büroschreibtisch eine gute Figur, sondern passen dank geringer Geräuschkulisse auch als Medienzentrale oder Fernseher-Ersatz ins Wohnzimmer – im Normalbetrieb sind sie mit gerade mal 0,2 Sone kaum lauter als ein Wecker. Da muss man schon richtig dicht dran, um überhaupt was zu hören. Der Lenovo mit seiner Notebook-Festplatte ist sogar noch leiser und schafft beim Abspielen von Videos lediglich 0,1 Sone.


Topbild, guter Ton

Beide Displays arbeiten mit hoher Auflösung, der Lenovo hat 2560 x 1440 Pixel, der iMac sogar 5120 x 2880 Bildpunkte. Schon das Display im Lenovo überzeugte im Test mit einer kontrastreichen und farbtreuen Darstellung. Der iMac setzt aber noch einen drauf, mit seiner extrem hohen Auflösung zeigt er alles noch schärfer. Das ist vor allem bei der Bildbearbeitung ein großer Vorteil, denn der Monitor zeigt mehr Details auf den Fotos. Zudem zeigt er Videos in 4K-Auflösung endlich in voller Auflösung.

Andererseits fehlt dem iMac ein Touchscreen, mit dem dagegen der Lenovo punktet. Der lässt sich so auch ohne Tastatur und Maus wie ein überdimensionales Tablet bedienen. Praktisch dabei: Die Bildschirmhalterung hat ein Doppelgelenk. So lässt sich der Lenovo in der Höhe verstellen und komplett flach legen.

Die Lautprecher klingen bei beiden Bildschirm-PCs ordentlich, wobei der iMac mehr Bass bringt als der A740. Extra-Boxen brauchen da nur noch Musik-Liebhaber, die mit ihrem All-in-one-PC gerne auch Musik in hoher Qualität hören wollen.


Spieletauglich? Ja, aber ...

Die sehr hohe Bildschirmauflösung hat aber ihre Kehrseite: Grafisch aufwendige Spiele überfordern die Grafikchips beider Geräte. Nur wer mit niedrigerer Auflösung spielt, beispielsweise 1366 x 768 oder 1920 x 1080 Pixel, kann auch aktuelle Grafikkracher wie „GTA 5“ ohne lästige Bildruckler genießen. Dann macht Zocken auf den großen Monitoren sogar richtig Spaß, denn sie liefern nicht nur erstklassige Bildqualität, sondern erledigen auch den Bildaufbau schnell genug.


Wenig aufrüstbar

Beim iMac lässt sich eine kleine Klappe auf der Rückseite öffnen. Dahinter sitzen vier Steckplätze für Arbeitsspeicher, so sind bis zu 32 Gigabyte möglich. Der Lenovo hat dagegen nur einen Steckplatz für Arbeitsspeicher – dort steckt schon die Maximalbestückung mit 8 Gigabyte. Vorteil Lenovo: Wer die Rückwand entfernt, kann die Festplatte vergleichweise einfach tauschen. Das geht beim iMac nur mit extremem Aufwand und hohem Risiko. Wer viel Speicherplatz braucht, muss beim iMac entweder einen hohen Aufpreis für einen größeren Fusion Drive bezahlen oder externe Laufwerke verwenden. Dafür genügen auch USB-3.0-Festplatten – Thunderbolt-Modelle sind deutlich teurer, in der Praxis aber kaum schneller. Einen DVD-Brenner gibt’s beim iMac nur als Zubehör, der Lenovo hat ihn serienmäßig an Bord.


El Capitan oder Windows?

Beim iMac hat der Nutzer die Wahl: Neben dem mitgelieferten Betriebssystem OS X kann er auch Windows 10 installieren. Das sollte eigentlich ganz einfach mit dem Hilfsprogramm Boot Camp klappen. Doch beim Testgerät gelang die Installation von Windows 10 nur ohne den Assistenten, nachdem die Tester die SSD und die Festplatte des Fusion Drive als einzelne Laufwerke eingerichtet hatten. Beim nächstgrößeren iMac-Modell gab’s dagegen keine Probleme.

Wer ganz auf der sicheren Seite liegen will, nimmt einfach einen iMac mit SSD. Das vereinfacht die Installation, zudem läuft dann auch Windows mit vollem Tempo. Dann bleiben als einzige Nachteile gegenüber OS X die etwas umständlichere Bedienung und der leicht höhere Stromverbrauch.


FAZIT

Beide All-in-one-Computer sind nicht nur schick, sondern auch richtig schnell, leise und gut. Der Platzhirsch iMac gewinnt zwar dieses Duell, aber unter Windows 10 ist sein Vorsprung ziemlich knapp – da ist der 400 Euro günstigere Lenovo eine feine Alternative.



Technische Daten

Apple
Prozessor: Intel Core i5-6500, Skylake-S, 3,2 GHz
Grafikkarte: ATI/AMD Radeon R9 M390 / 2048 MB
Display: 26,8 Zoll (68 cm), glänzend, 5120 x 2880 Pixel
Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte, DDR3
Speicherplatz: 1000 Gigabyte HDD
Laufwerk: nicht vorhanden

Lenovo
Prozessor: Intel Core i7-5557U, Broadwell, 3,1 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce GTX 950M / 1024 MB
Display: 26,8 Zoll (68 cm), glänzend, 2560x1440 Pixel, Touchscreen
Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte, DDR3
Speicherplatz: 1000 Gigabyte SSHD
Laufwerk: Lenovo Slim DVD Burner DB65 (externer DVD-Brenner)

By Sven Schulz

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