Friday, June 3, 2016

Samsung Galaxy S7 : Was ist wirklich neu ? (Deutsch)

Samsung Galaxy S7


Starker Akku, Speicherkarten- Schacht, wasserdichtes Gehäuse: Mit Galaxy S7 und S7 Edge bringt Samsung einige Tugenden früherer Galaxy-Modelle zurück. Denn das S7 soll sowohl mit Top-Design als auch mit hohem Nutzwert punkten. Kann das gelingen?

Der erste Eindruck

Wer nur einen flüchtigen Blick auf die neuen Modelle wirft, wird kaum Unterschiede zu den Vorgängern erkennen. Auch beim S7 sind Front und Rückseite aus Glas, getragen von einem stabilen Metallkorsett. Und die gebogenen Kanten des S7 Edge bleiben ein Hingucker. Beim Anfassen dagegen spürt man den Unterschied: Die neuen Galaxy-Modelle liegen angenehmer, weniger kantig in der Hand. Der Grund: Beide S7-Gehäuse sind hinten abgerundet. Und beim Edge-Modell ist das Frontglas jetzt nicht nur an den Kanten gebogen, sondern auch ein wenig oben und unten.

Auffällig ist das S7 Edge gewachsen: Sein Display misst 5,5 Zoll, der Vorgänger S6 Edge hatte noch ein 5,1-Zoll-Display wie das S6 und S7. Allerdings ist das S7 Edge etwas kleiner als die Maxi-Variante S6 Edge Plus mit 5,7 Zoll. Respekt gebührt Samsung für die schlanke Bauweise: Der Displayrahmen des S7 Edge ist noch schmaler geworden, das iPhone 6S Plus etwa ist trotz identischer Display-Diagonale einen halben Zentimeter breiter.


Wasserdicht auch ohne Klappe

Mit der neuen S-Klasse reagiert Samsung auf einen wichtigen Kritikpunkt vor allem von Fans des älteren Galaxy S5: Die neue S-Klasse ist endlich wieder wasserdicht. Und das ohne die sichtbaren Gehäuseklappen oder fummeligen Dichtungen, die beim Galaxy S5 so nervten. Im Test überstand das Vorab-Modell des S7 ein Tauchbad im Wasserglas.


WASSERDICHT

Galaxy S7 Wasser Test

Das Galaxy S7 ist staub- und wasserdicht nach IP68. Das bedeutet, es soll maximal 30 Minuten Untertauchen in bis zu 1,5 Meter Tiefe überstehen. Den Test im Wasserglas überstand das S7 bereits.


FLACHERE KAMERA-LINSE


Galaxy S7 flachere Kamera-Linse

Ganz verzichtet auch das Galaxy S7 nicht auf die aus dem Gehäuse ragende Kamera-Linse auf der Rückseite. Doch die Erhebung fällt beim S7 (rechts) deutlich flacher aus.


NEUE TRICKS FÜR DIE EDGE-KANTE

Mit der neuen Software erweitert Samsung den Funktionsumfang der Display-Kante des S7 Edge: So können Mini-Apps oder Info-Fenster doppelt so breit sein wie beim S6 Edge. Damit passen mehr App-Icons oder sogar ein Nachrichtenticker zum Beispiel mit Fußballergebnissen auf die Seitenkante. Auch eine Übersicht aller aktuell laufenden Apps lässt sich aufrufen.


SPEICHERKARTE UND NANO-SIM


Samsung Galaxy S7 SPEICHERKARTE UND NANO-SIM

Darüber werden sich alle Nutzer freuen, die schon beim Galaxy S6 die 200 Euro Aufpreis für die 128-Gigabyte-Variante scheuten: S7 und S7 Edge lassen sich preiswert per Speicherkarte erweitern. So kostet eine Aufrüstung um 128 GB nur noch rund 50 Euro, 200-GBKarten kosten rund doppelt so viel. Der Haken: Apps lassen sich trotz Android 6.0 nicht direkt auf der Speicherkarte installieren.

In einem Punkt aber überzeugt das S7-Design die Traditionalisten nicht: Das Gehäuse lässt sich nicht ohne Weiteres öffnen, etwa für Reparaturen, Akkuwechsel. Schade: Mit der Galaxy- S7-Design-Studie hatten wir bereits Ideen geliefert, wie so etwas mit einem intelligenten Schraubkonzept klappen könnte.


Wie viel Speicher darf’s sein?

Das Galaxy S6 gab’s in verschiedenen Varianten mit bis zu 128 Gigabyte internem Speicher. Interner Speicher sei schneller und zuverlässiger als Speicherkarten, argumentierte Samsung. Das stimmt zwar, doch viele Nutzer empfanden den Verzicht auf die günstige Erweiterungsmöglichkeit per Speicherkarte als Rückschritt. Mit dem S7 kehrt Samsung auch hier zurück zu alten Tugenden, Speicherkarten mit bis zu 200 Gigabyte passen ins S7. Clever: Die Karte kommt in denselben Schacht wie die Nano-SIM.

Einen Stimmungskiller gibt’s dennoch: Samsung hat die teure 128-GB-Variante gestrichen und verkauft selbst die 64-GB-Variante nicht in Deutschland. Kunden müssen sich mit der 32-GB-Variante begnügen. Hier waren im Vorseriengerät 24,3 GB frei für eigene Daten verfügbar. Das reicht wohl in den meisten Fällen, doch für Power-Nutzer mit vielen großen Apps kann’s knapp werden. Denn die Speicherkarten lassen sich nicht als App- Speicher nutzen – obwohl das mit Android 6.0 möglich wäre.


Kamera: Sind weniger Pixel mehr?

Überraschung: Das S7 schraubt die Auflösung der Hauptkamera von 16 auf 12 Megapixel herunter. Zudem ragt die Linse nur knapp einen halben Millimeter aus dem Gehäuse heraus – bislang waren’s 1,7 mm.

Macht das Galaxy S7 am Ende schlechtere Fotos als das S6? Dem ersten Anschein nach nicht. Offenbar kann das S7 gerade in den für Handykameras schwierigen Situationen mit wenig Licht punkten. Dafür sprechen jedenfalls die ersten Testvergleiche zwischen S6 und S7 – und das lichtstärkere Objektiv im S7 mit einer Blende von f/1,7 (Galaxy S6: f/1,9). Und die Reduzierung der Megapixel*-Zahl hat ja generell den Vorteil, dass jedes Pixel auf dem Sensor mehr Licht einfangen kann.

Eine komplette Neu-Konstruktion ist der Autofokus mit Dual-Pixel- Techik, hier kommen pro Bildpunkt zwei Fotozellen zum Einsatz. Indem sie die Signale dieser beiden Zellen vergleicht, kann die Elektronik im „Phase-Change“-Verfahren die genaue Entfernung des Fotomotivs schneller bestimmen. Mit einer ähnlichen Technik arbeiten auch schon Spiegelreflexkameras wie die Canon EOS 70D.

Im ersten Praxis-Test wirkte die Fotoqualität des S7 tatsächlich besser als beim Vorgänger. Ob die Kamera tatsächlich den Vorgänger in den Schatten stellen kann, wird aber erst der Labor-Test zeigen.


Das S7 läuft wassergekühlt

Das Galaxy S6 war schon schnell, das S7 ist schneller. Samsungs neuer Achtkern-Prozessor* Exynos 8890 sowie 4 Gigabyte* Arbeitsspeicher* bringen viel Tempo. Im ersten Praxis-Test starteten Apps* sehr flott, allerdings war auch das S6 nicht gerade langsam. Iin unserem Test übertraf das S7- Vorseriengerät das S6 in Benchmark- Programmen jedoch deutlich.

Mehr Leistung ist oft auch mit Abwärme verbunden: Je heißer der Prozessor, desto stärker drosselt er sein Tempo. Damit das nicht passiert, hat Samsung dem S7 eine Flüssigkühlung verpasst. Das gab’s bislang nur beim Lumia 950 XL.


Endlich ein starker Akku

Wer von der Akkulaufzeit des Galaxy S6 enttäuscht war, darf jetzt hoffen. Dank höherer Kapazität (S7: 3000 mAh, S7 Edge: 3600 mAh) könnte die S7-Klasse länger durchhalten. Zum Vergleich: Das S6 kam nur auf 2550 mAh. Noch aber ist unklar, wie sich der stärkere Prozessor auf die Akkulaufzeit bei intensiver Nutzung auswirkt.


Einige Innovationen fehlen

Bislang schöpfte Samsung für jedes neue Galaxy S technologisch aus dem Vollen. Doch diesmal fehlt einiges, etwa USB* Typ-C für schnelleren Datenaustausch und neues Zubehör. Auch die vom iPhone 6S bekannte 3D-Touch-Technik, die

Iris-Erkennung des Lumia 950 und ein 4K-Display hat sich Samsung verkniffen. Warum? Samsungs Argument gegen USB Typ-C: Der Anschluss sei nicht verbreitet – und die Gear-VR-Brille nutze weiterhin das alte Micro-USB. Das stimmt zwar, doch gerade Samsung hätte hier einen neuen Standard etablieren können. Und mit 4K-Display hätte VR per Brille mehr Bildschärfe bekommen. 3D Touch dagegen ist schon beim iPhone 6S verzichtbar, und per Fingerabdruck funktioniert die biometrische Erkennung auch ohne Iris-Scanner.


FAZIT

Samsungs Plan geht auf: Die neue Galaxy-S7-Klasse bringt alte Tugenden und neues Design auf überzeugende Art und Weise zusammen. Die wichtigsten Kritikpunkte am Vorgänger – schwacher Akku, keine Speicherkarten, nicht wasserdicht – hat Samsung beseitigt. Selbst das Wagnis, die Kamera- Auflösung zu reduzieren, scheint sich auszuzahlen – Samsung könnte hier Apple einholen. Damit ist das Galaxy S7 Edge klarer Kandidat für Platz 1 der Bestenliste. Schade nur, dass Samsung hier und da der Mut verlassen hat: Ein S7 Edge mit 64 GB und USB Typ-C wäre toll gewesen.



Technische Daten

Samsung Galaxy S7

Das Galaxy S7 ist technisch top, verzichtet aber aufs spektakuläre Edge-Display.


Samsung Galaxy S7 Edge

Das S7 Edge ist der Star der S7-Serie: Das Display ist größer und seitlich gebogen.


By Robert Berg

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